Holzzaun – vertikal oder horizontal gebaut?

Wie ein Holzzaun gebaut sein sollte, hängt natürlich auch von seinem zu erfüllenden Zweck ab. Daher kann die Frage, ob nun vertikal oder horizontal, nicht pauschal beantwortet werden. Beide Bauarten bieten Vor- und Nachteile.

Der Grenzzaun

holzzaun-vertikalAls einfache Einfriedung eines Grundstückes wird meist ein Lattenzaun verwendet, bei dem die Querlatten horizontal angebracht sind. So wird vor allem optisch eine Barriere geschaffen. Die Grenze wird mit wenig Aufwand klar abgezeichnet. Die Höhe liegt in der Regel zwischen 1,2 m bis 1,5 m. Oft wird die Querlattung mit einer kleinen Hecke oder Kaninchendraht ergänzt. Diese Ergänzung soll mit Nachdruck ein Betreten unterbinden und Nagetiere wie Hasen oder Kaninchen fernhalten. Eine beliebte Mischform zu der Frage, welche Ausrichtung “besser” sei, ist der Jägerzaun. Denn hier verlaufen die trennenden Elemente diagonal. Der Aufwand ist bei einer horizontalen Verlattung relativ gering. Der Abstand der tragenden Pfähle wird durch die Länge der Holzlatten bestimmt. Auch ein Elementzaun kann bei dieser Bauweise gut verwendet werden.

Der Sichtschutz steht im Vordergrund

Manchmal soll der Zaun nicht nur die Grenze markieren, sondern auch gleichzeitig vor neugierigen Blicken schützen. Für diese Konstellation empfiehlt sich ein Senkrechtzaun. Hierbei können die senkrechten Elemente abwechselnd vor und hinter den tragenden Querstreben angebracht werden. Der Abstand sollte ungefähr eine Lattenbreite betragen. So bleibt der Holz-Sichtschutz winddurchlässig und ist trotzdem blickdicht. Das menschliche Auge ist so ausgelegt, dass der horizontale Bereich größer ist als der vertikale. Senkrechte Unterbrechungen stören deswegen mehr die Sicht. Es fällt dem Gehirn schwerer, die senkrechten Störungen auszublenden als die vertikalen. Eine sehr schöne Variante sind Zäune mit geflochtenen Elementen. Hier sind die Lücken aber so klein, dass auch der Wind eine große Angriffsfläche hat. Entsprechend stabiler sollten die Zaunpfähle ausgelegt werden.

Grenze und Stütze in einem

holzzaun-horizontalBei Aufschüttungen, die bis an die Grundstücksgrenze reichen, ist eine stabile Konstruktion gefordert. Selbst geringe Höhen einer Aufschüttung können einen enormen Druck auf die Begrenzung ausüben. Bei der Verwendung von Holz sollte hierbei auf eine ausreichende Dicke geachtet werden. Außerdem kann der Witterungsschutz nur auf der Außenseite erneuert werden. Daher ist eine gewisse Dicke gefragt, damit der Bohlenzaun auch eine lange Lebensdauer besitzen wird. Gerade die Kombination aus Wasser/Feuchtigkeit und Erde ist der ideale Nährboden für viele Pilzkulturen und Bakterien, die das Holz zersetzen. Hier fungiert die Dicke des Holzes als Sicherheitspolster, damit die Aufschüttung an Ort und Stelle bleibt. Besteht die Barriere aus einer festen Steinmauer oder Beton, müssen natürlich keine dicken Holzbohlen verwendet werden. Sie dienen ja lediglich als Zierde und müssen keine tragende Funktion erfüllen. Es versteht sich von selbst, dass auch hier mit dicken Bohlen eine wirkungsvolle Illusion eines Bohlenzauns erzielt wird.

Abschließende Gedanken

Auch bei der Frage der Ausrichtung der Holzlatten ist, wie so oft im Leben, der Verwendungszweck ein entscheidendes Argument für die Wahl. In vielen Fällen gibt es durch fertige Elemente eine hübsche Lösung, die genau dazwischen liegt. Ein paar Gedanken über den Zweck des Zaunes werden zu einer richtigen Lösung führen. Ganz grob und vereinfacht kann bei einem Grenzzaun eine horizontale Verlattung empfohlen werden und bei einem Sichtschutz eine horizontale. Jedoch auch hierbei ist die persönliche Wahrnehmung der besten Lösung zu berücksichtigen.

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